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1. Hochdruck auch in der Schachtreinigung
Automatisierte Schachtreinigung mit der TSSR
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1.2 Einführung
In der Kanalsanierung wird seit langer Zeit, die Wasserhochdruck- und Wasserhöchstdrucktechnik im automatischen Betrieb eingesetzt. Sowohl für die Reinigung als auch für die Untergrundvorbehandlung ist die HD-Technik Grundlage für eine Sanierung. Für eine Kanalreinigung gibt es eine große Anzahl verschiedener Reinigungsdüsen, die allen Anforderungen gerecht werden.
Der automatische Betrieb war bisher in der Schachtreinigung nicht der Fall. Üblicherweise wurde, die Schachtreinigung mit der Handlanze durchgeführt. Dies stellt eine starke gesundheitliche Belastung der ausführenden Menschen dar. Die Qualität ließ eigentlich im Hinblick auf eine solide Untergrundvorbehandlung viele Wünsche offen, weil Sie personenabhängig war. Die Qualität war regelmäßig nicht ausreichend. Um Schächte reinigen zu können, in denen die Steigeisen nicht mehr vorhanden oder brüchig sind deren Einsteigen in die Schächte verbietet, auf Deponien oder in Bereichen mit Ausgasungsgefährdung, empfiehlt sich die automatisierte Reinigung mit der TSSR.
Das gilt insbesondere im Hinblick auf die Schonung von Menschen und Material sowie zur Qualitäsoptimierung.
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Die TSSR - Turboschachtspezialreinigung sdüse (Bild 1) - wird zur Reinigung von Schächten ab
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DN 500 bis DN 1200 mm eingesetzt. Ein 12 V Elektromotor dreht die Reinigungsdüsen gleichmäßig langsam. Dadurch hat der Wasserstrahl Zeit die Wandung zu reinigen. Die Umdrehungsgeschwindigkeit ist in 2 Stufen zu regeln. Mit einem Akkudreher werden die Düsen von 500 mm – 1100 mm auseinander und zusammen gefahren. Dies geschieht von der Straßenoberkante aus. Sofern keine Steigeisen das nicht verhindern, sollte der Abstand Reinigungsdüse zur Schachtwand < 20 cm sein. Je kürzer der Abstand gewählt werden kann, desto effektiver ist die Reinigungsleistung. Der optimale Abstand liegt bei ca. 5 cm. Die Rotationsdüsen am Ende der beiden Arme können an die Wasserleistung der Wasserhochdruckpumpe angepaßt werden. Standardmäßig wird mit 290 bar und 24 l/min gearbeitet. Eine höhere Wassermenge ist einem höheren Druck vorzuziehen. Die TSSR wird an einer Winde im Schacht langsam im "stop and go" Betrieb gefahren. Die Leistung beträgt ca. 20 cm/min. |
>> siehe hierzu unseren Infofilm zum Thema KS-ASS Schachtbeschichtung [... weiter]
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| 2. Untergrundvorbehandlung |
2.1 Grundsätzliches
Die Untergrundvorbehandlung bei zu sanierenden Schächten umfaßt alle erforderlichen Maßnahmen zur Erzielung eines tragfähigen Betonuntergrundes und eines geeigneten Bewehrungszustandes.
- Zur Untergrundvorbehandlung gehören auch
- der gemäß Instandsetzungskonzept vorgegebene sowie ggf. der darüber hinaus aufgrund des
vorgefundenen Bauteilzustandes erforderliche Betonabtrag
- die Freilegung von Bewehrung je nach gewählter Grundsatzlösung gemäß RL SIB DafStb, Teil 1,
Abschnitt 3.
Sofern nicht anders vorgegeben, muß der Auftragnehmer durch die Wahl geeigneter Verfahren und Geräte sicherstellen, daß durch die Untergrundvorbehandlung die Eigenschaften und die Qualität des Betonuntergrundes sowie der Bewehrung und deren Funktionsfähigkeit nicht nachteilig verändert werden.
2.2 Betonuntergrund
Allgemeines
Der Betonuntergrund ist so vorzubereiten, daß zwischen dem aufzubringenden Betonersatz- oder Oberflächenschutzsystem und dem Betonuntergrund ein fester und dauerhafter Verbund erzielt wird. Dazu muß der Betonuntergrund nach Abschluß der Vorbehandlungsmaßnahmen
- frei sein von losen und mürben Teilen und von sich leicht ablösenden arteigenen Schichten
- frei sein von etwa parallel zur Oberfläche oder schalenförmig im oberflächennahen Bereich
verlaufenden Rissen oder Ablösungen
- frei sein von scharfen Schalungskanten und Graten
- frei sein von artfremden Stoffen wie Altbeschichtungen, Trennmitteln, Gummiabrieb, Ausblühungen,
Öl oder Bewuchs
- frei sein von Kunststoffbeschichtungen oder sonstigen organischen und anorganischen Ablagerungen
die haftungsmindernd wirken
- frei sein von fließendem und stehendem Wasser
- eine dem aufzubringenden Betonersatz- oder Oberflächenschutzsystem angepaßte Rauheit aufweisen
- gleichmäßig fest sein
Im Beton vorhandene Fehl- bzw. Hohlstellen müssen hinreichend ausgearbeitet und geöffnet sein. Vor Beginn und nach Abschluß der Untergrundvorbehandlung hat der Auftragnehmer die zu bearbeitenden Flächen im Beisein des Auftraggebers augenscheinlich auf Risse, Fehlstellen, Bewehrungskorrosion und sonstige Auffälligkeiten zu untersuchen. Weicht der vorgefundene Bauteilzustand von den dem Instandsetzungskonzept zugrundeliegenden Annahmen zum Bauteilzustand ab, entscheidet der Auftraggeber ggf. in Absprache mit dem Auftragnehmer über die weitere Vorgehensweise.
2.3 Betonuntergrund für Betonersatz
Sofern nicht anders vereinbart, müssen oberflächennahe, fest eingebettete Zuschlagkörner mit einem Durchmesser >4mm nach Abschluss der Untergrundvorbehandlung zumindest kuppenartig freiliegen.
2.4 Bewehrung
Nach Abschluß der Untergrundvorbehandlung müssen lose Korrosionsprodukte an freiliegender Bewehrung und ggf. an freiliegenden Einbauteilen entfernt sein. Die Entrostung muß bei Anwendung des Instandsetzungsprinzips R nach RL SIB DafStb im gesamten Freilegungsbereich mindestes dem Normreinheitsgrad St 2 oder Sa 2, bei Anwendung des Instandsetzungsprinzipes C nach RL SIB DafStb mindestens dem Normreinheitsgrad Sa 2 ½ entsprechen. Wenn ERGELIT – Trockenmörtel nach der Sanierung mindestens eine Schichtdicke von 10 mm erreicht, genügt der Normreinheitsgrad Sa 2.
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| 3. Verfahren für die Untergrundvorbehandlung |
3.1 Allgemeines
Die Zweckmäßigkeit des ausgewähltes Vorbereitungsverfahrens ist zu Beginn der Ausführung an geeigneten Stellen des Sanierungsobjektes durch die Bearbeitung von Probeflächen in Anwesenheit des Auftraggebers nachzuweisen. Bei allen Verfahren zur Untergrundvorbehandlung, die zu Gefügestörungen im oberflächennahen Bereich des verbleibenden Altbetons führen können, wie beispielsweise beim Stemmen, Klopfen, Fräsen oder Flammstrahlen müssen die behandelten Flächen mit geeigneten Verfahren (Strahlen mit festen Strahlmitteln, Hochdruckwasserstrahlen) nachbearbeitet werden. Wird Druckluft als Verfahren oder Bestandteil eines Verfahrens zur Untergrundvorbehandlung eingesetzt, sollte der Restölgehalt der Luft <0,01 ppm betragen. Das Flammstrahlverfahren darf zur Untergrundvorbehandlung nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Auftraggebers durchgeführt werden und ist im Kanal allgemein unzulässig. Auch die Behandlung des Betonuntergrundes mit chemischen Verfahren macht die ausdrückliche Zustimmung des Auftraggebers erforderlich. Chemische Verfahren sind z.B. Kaltreiniger zur Entfernung von Öl.
3.2 Wasserhochdruckstrahlen
Das Wasserhochdruckstrahlen ist im Kanal am gebräuchlichsten. Beim Wasserhochdruckstrahlen sind folgende Kriterien wichtig:
1) Wasserdruck (bar)
2) Wassermenge (L/min)
3) Abstand zwischen Düse und Untergrund
4) Düsentyp - Vollstrahldüse
- Flachstrahldüse
- Rotationsdüse ( rotierende Vollstrahldüse)
5) Strahlwinkel
6) Einwirkdauer
Wenn ein gutes Ergebnis sowohl in technischer als auch wirtschaftlicher Sicht erzielt werden soll, müssen alle Parameter beachtet werden. In der Kanalsanierung empfiehlt sich immer eher eine erhöhte Wassermenge als hoher Druck. So wird auch ein Ausspülen von eingewanderten Salzen im oberflächennahen Bereich erreicht.
Tabelle 1 (siehe Anlage) führt alternative Druck- / Mengenverhältnisse auf, die ähnliche Strahlkräfte ergeben.
Feld 1<150N Rückstoßkraft
Feld 2 150-250N Rückstoßkraft
Feld 3 >250N Rückstoßkraft
Im Folgenden wird auf das Hochdruckstrahlen unter Berücksichtung der TSSR eingegangen.
HOCHDRUCK – SPÜLSCHLAUCH
Bei allen Hochdruckspülverfahren so auch beim TSSR – Verfahren muss der Druckverlust in Abhängigkeit von der Spülschlauchlänge beachtet werden. Die Druckverluste, die mit einem Kanalspülschlauch aus Gummi auftreten sind in der untenstehenden Tabelle erfasst.
|
|
L/min
|
DN 10 = 3/8"
|
DN 13 = 1/2" |
DN 20 = 3/4" |
DN 25 =
1" |
DN 32 =
1 1/4" |
DN 38 =
1 1/2" |
| 15 |
0,82 |
0,17 |
0,01 |
|
|
|
| 20 |
1,46 |
0,33 |
0,04 |
0,01 |
|
|
| 25 |
2,29 |
0,54 |
0,06 |
0,02 |
|
|
| 30 |
3,29 |
0,81 |
0,08 |
0,02 |
|
|
| 40 |
5,86 |
1,48 |
0,18 |
0,05 |
|
|
| 50 |
9,16 |
2,36 |
0,26 |
0,09 |
|
|
| 60 |
13,20 |
3,45 |
0,41 |
0,11 |
0,02 |
|
| 75 |
20,62 |
5,45 |
0,59 |
0,21 |
0,05 |
0,02 |
| 100 |
|
9,80 |
1,14 |
0,37 |
0,09 |
0,04 |
| 125 |
|
15,02 |
1,76 |
0,58 |
0,16 |
0,07 |
| 150 |
|
21,83 |
2,50 |
0,84 |
0,22 |
0,10 |
| 175 |
|
|
3,38 |
1,14 |
0,33 |
0,12 |
| 200 |
|
|
4,58 |
1,49 |
0,41 |
0,14 |
| 225 |
|
|
5,74 |
1,89 |
0,50 |
0,17 |
| 250 |
|
|
7,04 |
2,34 |
0,65 |
0,20 |
| 275 |
|
|
8,47 |
2,83 |
0,77 |
0,29 |
| 300 |
|
|
10,31 |
3,37 |
0,96 |
0,36 |
| 325 |
|
|
12,02 |
3,96 |
1,09 |
0,45 |
| 350 |
|
|
13,87 |
4,59 |
1,32 |
0,52 |
| 375 |
|
|
15,84 |
5,28 |
1,48 |
0,62 |
| 400 |
|
|
20,67 |
6,52 |
1,81 |
0,69 |
| 450 |
|
|
|
8,21 |
2,29 |
0,79 |
| 500 |
|
|
|
10,09 |
2,76 |
0,98 |
| 550 |
|
|
|
12,08 |
3,48 |
1,20 |
| 600 |
|
|
|
14,00 |
4,00 |
1,40 |
| 750 |
|
|
|
21,50 |
6,30 |
2,10 |
| 900 |
|
|
|
|
9,05 |
2,90 |
| 1050 |
|
|
|
|
12,00 |
3,90 |
| 1200 |
|
|
|
|
16,00 |
5,00 |
Druckverlust-Diagramm für Kanalspülschlauch aus Gummi
Druckverluste angeben in bar pro 10 m Schlauch
|
3.3 Abhängigkeit der Strahlkraft vom Abstand
Die Abhängigkeit der Strahlkraft der TSSR vom Abstand der Schachtwandung wurde labortechnisch mit einem “Prallteller“ untersucht. Die Größe der Strahlkraft [N] in Abhängigkeit vom Abstand zwischen Düse und Prallteller in [cm] wird in nachstehender Grafik dargestellt. Sie lässt gut erkennen, daß mit steigendem Abstand die Reinigungskraft immer geringer wird.
Abbildung 1: Strahlkraft in Abhängigkeit vom Abstand |

Abstand Düse - Prallteller [cm] |
3.4 Ergebnis der physikalischen Auswertung
Wichtig für den Reinigungseffekt ist aber nicht nur die Strahlkraft, sondern auch der Energieeintrag in die zu entfernende Schicht. Dieser wiederum hängt von der eingesetzten Wassermenge, dem hydrostatischen Druck und der Strömungsgeschwindigkeit (Düsenquerschnitt) ab. Die oben vereinfachten oben dargestellten Beziehungen lassen sich in Leistungskennziffern ausdrücken. In nachfolgender Tabelle als (h) aufgeführt.
Tabelle 4: Leistungsberechnung und Leistungskennziffer h |
| Düse |
Entfernung |
Durchfluß |
Druck vor
der Düse |
Strahl-
kraft |
Strahl-
druck |
Pzu |
Pab |
h |
| Nr. |
[cm] |
[l/min] |
[bar] |
[N] |
[bar] |
[W] |
[W] |
[1] |
| 1 |
10 |
11,9 |
228,1 |
31,4 |
127,4 |
4526 |
2528 |
0,56 |
| 20 |
227,6 |
23,2 |
69,9 |
4518 |
1338 |
0,31 |
| 30 |
226,3 |
14,7 |
27,8 |
4491 |
552 |
0,12 |
| 35 |
224,1 |
11,6 |
17,5 |
4448 |
346 |
0,08 |
| 2 |
10 |
11,9 |
204,0 |
27,7 |
179,1 |
4048 |
3554 |
0,88 |
| 20 |
202,6 |
28,2 |
103,1 |
4021 |
2046 |
0,51 |
| 30 |
202,1 |
19,3 |
48,0 |
4010 |
953 |
0,24 |
| 35 |
185,7 |
12,8 |
21,3 |
3685 |
423 |
0,11 |
| 3 |
10 |
11,9 |
201,9 |
35,5 |
163,3 |
4007 |
3240 |
0,81 |
|
Wie bei den Strahlkräften zeigt sich auch bei den Leistungskennziffern ein Abfall mit zunehmender Entfernung der eingesetzten Düse von der Schachtwand. Die Folgende Darstellung zeigt, das dieser Zusammenhang nicht linear ist, sondern kurvenförmig verläuft. Es liegen Laborwerte von 3 Düsentypen vor.
Tabelle 5: Darstellung der mittleren Abträge bezogen auf 15 s Versuchsdauer unter Vernachlässigung der Umdrehungsgeschwindigkeit |
 |
3.5 Die Wirkung der TSSR auf dem Materialabtrag
Für die Beurteilung des Einsatzes der TSSR, ist der Materialabtrag bei unterschiedlichen Materialfestigkeiten Abstand und Zeiteinheit wichtig. Nachstehende Tabelle zeigt die Ergebnisse von Versuchsserien zum Materialabtrag. Je nach Festigkeit der Proben, ergaben sich unterschiedliche Zeiteinheiten (s) um gut auswertbare Abtreibungen zu erhalten. |
|
Serie
|
Düse |
Abstand |
Material |
Festigkeit |
Dauer |
ts |
tm |
mittl.
Abtrag t |
Bemerkung |
| |
Nr. |
[cm] |
|
[N/mm2] |
[s] |
[mm] |
[mm] |
[mm] |
|
| 1 |
1 |
5 |
PB |
2 |
15 |
18,8 |
14,8 |
16,1 |
|
| 4 |
./. |
./. |
./. |
nicht
auswertbar |
| KS |
12 |
120 |
5,5 |
4,8 |
5,0 |
|
| 2 |
1 |
5
|
PB |
2 |
15 |
25,0 |
25,0 |
25,0 |
|
| 4 |
16,0 |
13,8 |
14,5 |
|
| KS |
12 |
120 |
5,0 |
4,2 |
4,4 |
|
| 3 |
1 |
10 |
PB |
2 |
15 |
16,6 |
11,9 |
13,4 |
|
| 4 |
11,4 |
7,2 |
8,6 |
|
| KS |
12 |
120 |
3,1 |
2,5 |
2,7 |
|
| 3,9 |
2,3 |
2,8 |
|
| 4 |
1 |
20 |
PB |
2 |
15 |
8,3 |
4,7 |
5,9 |
|
| 4 |
5,5 |
3,1 |
3,9 |
|
| KS |
12 |
120 |
2,4 |
1,5 |
1,8 |
|
| 5 |
1 |
20 |
KS |
12 |
300 |
5,4 |
2,9 |
3,7 |
|
| 6 |
1 |
20 |
PB |
2 |
15 |
7,9 |
3,8 |
5,1 |
|
| 4 |
5,6 |
3,0 |
3,9 |
|
| 7 |
1 |
20 |
KS |
12 |
600 |
10,2 |
6,0 |
7,4 |
|
| 8 |
3 |
20 |
PB |
2 |
15 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
kein Abtrag
erkennbar |
| 4 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
| 2 |
120 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
| 4 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
|
| In unten stehender Grafik sind Abtragsleistungen unter Betrachtung von U/min. der Düsenarme und der Zeit aufgetragen. |

Linien gleicher Festigkeit bei 15 s Versuchsdauer
|
| Tabelle 3: Anforderung an die Abreißfestigkeit des Betonuntergrundes nach Abschluß der Vorbehandlung |
| |
1 |
2 |
3 |
4 |
| |
System |
Mittelwert |
Kleinster
Einzelwert |
| N/mm2 |
N/mm2 |
| 1 |
Beton |
unbewehrt |
> 1,5 |
> 1,0 |
| 2 |
verankert und bewehrt |
keine Anford. |
keine Anford. |
| 3 |
Spritzmörtel /
Spritzbeton |
unbewehrt |
> 1,5 |
> 1,0 |
| 4 |
verankert und bewehrt |
> 1,5 |
> 1,0 |
| 5 |
SPCC |
> 1,5 |
> 1,0 |
| 6 |
PCC |
> 1,5 |
> 1,0 |
| 7 |
OS |
OS-A |
keine Anford. |
keine Anford. |
| 8 |
OS-C |
> 1,5 |
> 1,0 |
| 9 |
OS-D |
ohne Freispachtel |
> 1,0 |
> 0,6 |
| 10 |
mit Freispachtel |
> 1,5 |
> 1,0 |
| 11 |
OS-F |
> 1,5 |
> 1,0 |
|
| 4. Untergrundprüfungen |
Die Abreißfestigkeit des Betonuntergrundes nach Abschluß der Vorbehandlung ist je angefangene 250 m² Einbaufläche, mindestens jedoch einmal je Bauanteil, an einem Satz von 5 gleichmäßig über die zu bewertende Fläche verteilten Einzelprüfungen zu bestimmen und zu bewerten. Der Abreißversuch muß an der durch eine Ringnut begrenzten Prüffläche stattfinden. Die Ringnut soll etwa 10 mm tief in den Betonuntergrund eingreifen. Die Prüfung unterliegt der Aufsicht des Auftraggebers. Die Ergebnisse sind dem Auftraggeber deshalb unverzüglich vorzulegen.
Es empfiehlt sich in Absprache mit dem Auftraggeber auf die Bohrungen zu verzichten. Die Prüfwerte liegen dann zwar etwas höher, aber dies wird allgemein vernachlässigt. Die Bohrung kann im engen Kanal nicht ohne mechanische Störung der Probe durchgeführt werden.
Wird ein Einzelwert unterhalb des kleinsten zulässigen Einzelwertes gemäß Tabelle 3 gefunden, ist durch mindestens 2 Einzelprüfungen in örtlicher Nähe (Entfernung etwa bis zu 1 m) festzustellen, ob es sich um einen Ausreißer handelt. Sind die zusätzlich ermittelten Werte hinreichend, wird der zunächst gefundene Wert verworfen. Wird der zunächst gefundene Wert bestätigt, ist durch ein geeignetes Flächenraster der Bereich mit geringeren Abrißfestigkeit einzugrenzen. Hohlstellen werden durch abklopfen oder / und durch Schleifen eines Hammers auf der Oberfläche überprüft. Wenn sich dünne Schichten (1-2 mm) abgelöst haben, äußert sich das
durch papierartige Geräusche. Bei dickeren Schichten >5 mm werden deutlicher hellere Töne bei Fehlstellen hörbar. Auf den meisten Baustellen in der Kanalsanierung ist eine Zugprüfung des Untergrundes nur schwer durchzuführen. Eine brauchbare Alternative ist die Prüfung der Druckfestigkeit mit dem Rückprall-Hammer, dem sogenannten Schmidt-Hammer.
4.1 Untergrund bei KS-ASS
Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Schachtbeschichtungen von runden Schächten bis 1,20 m Durchmesser.
Oberfläche prüfen
- Druckfestigkeit mit Schmidtschen Hammer
- Bei < 15 mm Beschichtung
- Zugfestigkeit > 1,0 N / mm² bei Beton
- Druckfestigkeit > 20 N / mm² bei Beton
- Bei > 15 mm Beschichtung
- Zugfestigkeit > 0,5 N / mm² bei Beton
- Druckfestigkeit > 15 N / mm² bei Beton
- Bei > 40 mm Beschichtung
- Druck- und Zugfestigkeit keine Anforderung
Bei zerstörten Mauerwerksfugen brauchen diese nur 20-30 mm tief ausgeräumt werden. Die Steine müssen fest und sauber sein. Falls Wasser in den Schacht eindringt ist dies z.B. durch eine ERGELIT-Injektion abzudichten.
- Oberfläche feucht – naß nach DafStb. RiLi SiB.
- Es darf kein Sand rieseln, wenn die Oberfläche mit der Hand abgestrichen wird.
Wie oben beschrieben ist nicht nur Wassermenge und -druck wichtig, sondern auch der Abstand zwischen Düse und Bauteiloberfläche.
Hierzu die wichtigsten Messungen am IRO zur TSSR.
|
| 5. Abnahme, Freigabe, Gewährleistung |
|
Mit dem Aufbringen des vorgesehenen Betonsatz- oder Oberflächenschutzsystems darf erst nach Freigabe durch den Auftraggeber begonnen werden.
5.1 Der Untergrund vor und während der Beschichtung
Die Auftragsflächen müssen vor dem Auftrag von ERGELIT ausreichend vorgenäßt werden, erstmals mindestens 24 Stunden vorher, wenn Sie nicht üblicherweise mit Wasser direkt in Berührung stehen. In geschlossenen Bauwerken, Schächten und Kanalrohren ist somit eine solche Vornässung nur in Ausnahmefällen erforderlich, bei offenen Bauwerken in der Regel unumgänglich. Die Flächen sollten zwischen mattfeucht bis naß gemäß RiLi SIB sein. Naß heißt in den Betonporen steht Wasser.
Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustellen, daß bereits vorbehandelte Flächen vor Auftrag des SPCC nicht wieder verunreinigt werden. Das gilt insbesondere im Hinblick auf Einflüsse aus Spritzarbeiten in benachbarten Arbeitsschnitten.
|
| Literaturhinweise: |
Instandhaltung von Kanalisation
Ernst & Sohn Verlag 3. Auflage
Herr Dietrich Stein
ISBN 3-433-01315-2
Vortragsband
Qualitätssicherung bei der Hochdruckreinigung
HDT Essen 2001
Herr Thiel, Stadt Witten
Institut für Rohrleitungsbau
Hydrodynamische Untersuchungen an der Turbo-Spezial-Schacht-Reinigungsdüse unter
Berücksichtigung des zu erreichenden Materialabtrages
Prof. Dipl.-Ing. J. Lenz
Dipl.-Ing. M. Geib
Deutscher Ausschuss für Stahlbeton
Richtlinie für Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen
August 1990
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen – Wasserbau für Schutz und Instandsetzung
der Betonbauteile von Wasserbauwerken (Leistungsbereich 219)
Bundesanstalt für Wasserbau ZTV-W
Ausgabe 1997
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Schutz und Instandsetzung
von Betonbauteilen
ZTV-SIB 90
Handbuch Druckwasserstrahltechnik
Andreas Momber
Beton Verlag
|
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