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Sonntag, 05. Februar 2012
 
 
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Ergelit

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Wichtige Bürger Information Drucken

Reinhaltung der Gewässer geht jeden Bürger etwas an!

 
Fast alle Umweltprobleme kann man auf Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Nutzung des technischen Fortschrittes zurückführen. Dabei sind Luftverschmutzung, Feinstaubbelastung und CO2 Belastung ständige Diskussionspunkte.
 
Die Kanalisation.
Viel zu wenig Augenmerk wird auf die umfassenden Probleme der Reinhaltung unserer Gewässer gelegt. Spektakuläre Öl- oder Chemieverschmutzungen werden von allen Menschen wahrgenommen. Der Einzelne registriert, reagiert aber nicht, weil er nicht kann. Das sind Aufgaben für Spezialisten.
Sind da aber nicht viel mehr Aufgaben, die der Bevölkerung überhaupt nicht bewusst sind? Zum Beispiel unsere Kanalisation:
Die Belastung der Gewässer, denen auch das Trinkwasser entnommen wurde stieg kontinuierlich. Rhein und Ruhr verschmutzten immer mehr. Es gab größere nachhaltige Skandale an einigen Badestränden. Ab den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden umfassende Anstrengungen zur Reinhaltung der Flüsse und Seen unternommen. Das Vorhaben Abwässer gründlicher zu klären, stieß auf ungeteilte Zustimmung der Menschen. Alle Beteiligten akzeptierten die gestiegenen Kosten, da bei der dichten Besiedlung und stark wachsender Industrie eine saubere Umwelt zum Nulltarif nicht darstellbar war.
 
Ein Dilemma
Am Beispiel unserer Heimatstadt Schwerte an der Ruhr, dem Trinkwasserfluss von Millionen von Einwohnern der Ruhrregion, kann dargestellt werden, dass wir im Hinblick auf den Umweltschutz im Abwasserbereich in einem Dilemma stecken. Fast alle Bürger, zumindest alle Grundstückseigentümer sind betroffen:
Regenwasser und in undichte Kanäle eindringendes Grundwasser vermehren die Abwassermenge derart, dass sie teilweise nur ungereinigt in die Ruhr fließt. Der Fluss muss geschützt werden.
Als vordringliche Maßnahmen wurden das Kanalnetz und Kläranlagen ausgebaut. Tatsächlich sind Kläranlagen allerdings nie in der Lage die gesamte Wassermenge zu klären, denn nicht die Verunreinigung des Wassers ist das Hauptproblem für den Betrieb einer Kläranlage, sondern die Wassermenge. Die Planer haben wegen der Regenmengen Entlastungsbauwerke erstellt, die gemäß Planung einmal oder zweimal im Jahr bei besonders starken Regenfällen einen Teil des verdünnten Abwassers ungeklärt in die Ruhr laufen lassen.
 
Grundstücksentwässerung
Aber was geschieht, wenn immer mehr Grundwasser in die Kanäle abgeleitet wird, weil viele Grundstücksentwässerungen nicht dicht, oder Drainagen im Mischsystem angeschlossen oder falsch im Trennsystem angeschlossen sind? Dann sind diese Überlaufbauwerke schon möglicherweise zu 80 – 90% statt nur wie geplant zu 30% ausgelastet. Dann wird Abwasser nicht ein bis zweimal im Jahr in die Ruhr geleitet, sondern bei Regen jede Woche. Wenn es eine Woche lang regnet eben an jedem Regentag. D.h., auch wenn die Sonne scheint ist der Kanal eigentlich schon voll oder zumindest fließt viel zu viel Wasser zur Kläranlage. Dieses viele Wasser wird nicht mehr richtig geklärt, weil die Kapazität ständig überfordert wird. Die für die Kläranlagen  geforderten Abflusswerte werden nicht mehr eingehalten.
Schwimmen in der Ruhr? Fehlanzeige! Wassersport auf der Ruhr – eine Gesundheitsgefährdung!
Und das Trinkwasser? Es wird immer teurer, eines Tages fast unbezahlbar, weil ständig mehr und besser gesäubert werden muss. Und warum das Ganze? Weil viele Grundstücksentwässerungen nicht dicht sind und unkontrolliert das Grundwasser verunreinigen, das neben den o.a. Fehlanschlüssen über Undichtigkeiten im Abwassernetz die Kanäle überflutet!
Wenn also heute von der überwiegenden Zahl der Fachleute ein dichtes Kanalnetz gefordert wird, diese Forderung vielen Bürgern als zu teuer erscheint, so ist es in Wirklichkeit auf Dauer gar nicht teuerer, sondern preiswerter.
 
Wer zögert, verliert.
Gut, was ist, wenn die Forderung nach dichten Kanalnetzen insbesondere im Grundstücksentwässerungsbereich nicht umgesetzt wird? Es gibt Alternativen:
Wir reißen jedes 4. Haus ab und die Menschen ziehen aufs Land. Oder wir bauen noch größere Kläranlagen. Vielleicht lassen wir alles wie es ist und lassen das Problem durch unsere Kinder erledigen. Schließlich nutzen diese die Kanäle ja noch viel länger als wir, die Elterngeneration. Damit lasten wir kommenden Generationen nicht nur eine viel höhere Rentenlast auf und übergeben an unsere Kinder mehr Schulden als je eine Generation zu tragen hatte. Wir hinterlassen unseren Kindern nicht nur eine durch FCKW´s zerstörte Ozonschicht, Zonen in den Städten, die wegen der Feistaubbelastung nicht mehr mit Autos befahren werden dürfen. Wir fördern eine Klimaerwärmung durch den höchsten CO2 Ausstoß aller Zeiten. Dann übergeben wir unseren Kindern auch noch Häuser, die eigentlich nicht mehr bewohnt werden dürften! Ja wir sind stolz darauf, dass wir unseren Kindern ein schuldenfreies Haus vererben, und vernachlässigen, dass unser Haus die Umwelt verschmutzt. Für solch ein Haus wird vielleicht der Staat später einmal eine Abwarckprämie bereitstellen. Ist dies wirklich auch ihre Alternative zu einer dichten Grundstücksentwässerung?
Mancher mag sagen, wir haben noch viel Zeit. Erst 2012 oder 2015 muss alles fertig sein. Machen wir doch bis dahin einfach weiter und schimpfen über die Umweltsünden, die wir nicht so leicht beheben können – für die wir vielleicht auch nicht verantwortlich sind. Immer nach dem Motto: Die da, die anderen, sollen die doch erst einmalmal…..
Das ist der falsche Weg! Ihr Nachbar hat bereits Sachkundige zur Grundstücksentwässerung eingeladen. Machen Sie mit!
 


 

 
 
Top! Top!